Die vier größten Irrtümer bei der Zusammenstellung eines PCs für die Bildbearbeitung

Lesezeit ca. 10 Minuten
Photoshop, Gimp und Lightroom lassen sich auch auf älteren PCs effektiv betreiben
Vermeiden Sie typische Fehler beim Kauf eines PCs für die Bildbearbeitung – und sparen Sie bares Geld! Foto: © Elnur Amikishiyev/123RF.com

Hilfe und Tipps für den Kauf eines PCs für die Bildbearbeitung. Was können Sie falsch machen?

Sie fotografieren? Sie brauchen Hilfe bei der Suche nach einem PC, der gut für die Bildbearbeitung ( Photoshop, Lightroom, Luminar, etc. ) geeignet ist?
Viele Ratgeber im Internet geben Auskunft über die Leistung, die ein PC für die Bildbearbeitung haben sollte. Meist stellen diese dann aktuelle, neue PCs und Hardwarekomponenten in den Raum. Dies wollen wir an dieser Stelle nicht tun.

Hier erfahren Sie hingegen, welchen weit verbreiteten (und teuren) Irrtümern Sie besser nicht aufsitzen sollten, wenn es um die Anschaffung eines Computers geht, mit dem Sie primär Bildbearbeitung betreiben wollen.

Inhaltsverzeichnis

Wichtig hierbei ist festzustellen, was wir unter Bildbearbeitung an dieser Stelle verstehen: Gemeint ist der primäre Einsatz von Programmen wie Gimp, Lightroom, Luminar oder Photoshop. 3D-Design (CAD-Programme wie AutoCAD) zählt explizit nicht zum Bereich der Bildbearbeitung.  Ebenso wenig  wie Software zur Erstellung von Videos (Adobe Premiere, Final Cut Pro, etc.).


Irrtum Nummer 1: Um Bildbearbeitung betreiben zu können, braucht man zwingend einen High-End-PC!

Das ist ein Irrtum. Genauso gut könnte man behaupten man benötige einen Ferrari, um überhaupt auf der Autobahn fahren zu können. Für die allermeisten Aufgaben ist ein High-End-System wie eine neue Spitzen-Workstation ein schönes „Nice-to-have“ aber überhaupt nicht notwendig. Um im Bild der Autobahn zu bleiben – Sie selbst entscheiden, wie effektiv und schnell Sie unterwegs sein müssen (oder wollen). Um an Ihr Ziel zu kommen, können Sie sich einen Kleinwagen aussuchen oder aber eben einen entsprechend teuren Sportwagen. Aber egal für welches Auto Sie sich entscheiden, beide werden Sie an Ihr Ziel bringen. Manche Entscheidung hinsichtlich Ihres Fahrzeuges macht vielleicht Spaß – aber keinen Sinn. Ähnlich verhält es sich bei der Auswahl eines Computersystems für die Bildbearbeitung.

Welche CPU für Fotobearbeitung ist für Photoshop wirklich erforderlich?

Beitragsbild für den Artikel über die vier größten Irrtümer bei der Zusammenstellung eines Computers für die Bildbearbeitung
Ein typischer, recht anspruchsvoller Workflow unserer Grafikabteilung –  Bildbearbeitung, Vektorgrafik- und Layout-Programme werden hier parallel ausgeführt. Dabei setzen wir auf viel RAM sowie auf gebrauchte, stabile und bewährte Hardwarekomponenten von namhaften Herstellern.

Betrachten wir doch einmal die Mindestanforderung vom aktuellen Adobe Photoshop CC (Stand 2020). Da ist nur die Rede von einer CPU mit 64Bit-Unterstützung. Das trifft zum Beispiel schon auf einen Intel Core2 oder einen AMD Athlon 64 Prozessor zu. Hier handelt es sich wohlgemerkt um wirklich alte Computertechnik (diese CPUs waren 2006-2008 aktuell). Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) sollten es im Jahr 2019 laut Adobe sein und die Grafikkarte sollte Open GL 2.0 beherrschen – was selbst für zehn Jahre alte Grafikkarten in der Regel überhaupt keine Hürde darstellt. Neu seit dem Jahr 2020: Adobe empfiehlt den Einbau einer dedizierten und modernen Grafikkarte der Einsteigerklasse / Mittelklasse. Auffällig bleibt aber, dass sie CPU-Unterstützung grundsätzlich auch für sehr alte Prozessoren gegeben ist.

Mehr Informationen über die Mindest-Systemanforderungen von Software wie zum Beispiel Photoshop, Indesign, Luminar, Lightroom Capture One Pro finden Sie hier.

Sicher: Erwarten Sie von so einem Computer nicht, dass er alle Arbeiten besonders performant ausführen kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie die aktuellste Software verwenden und mit sehr großen Bilddateien arbeiten. Der Punkt ist aber: Selbst wenn Ihr PC nur die Mindestanforderung an die Hardware erfüllen würde, könnten Sie dennoch mit Photoshop arbeiten. Zur gelegentlichen Retusche einiger Bilder genügt also selbst ein wirklich altes Computersystem.

Lesen Sie zu diesem Thema auch gerne unseren gesonderten Beitrag:  PC für Bildbearbeitung & Mediengestaltung – Fehlplanungen beim Kauf vermeiden

Eine hohe Single Core Performance ist wichtig

Grundsätzlich arbeitet eine Software wie Photoshop also auch mit alter Hardware zusammen. Dabei gilt: egal wie alt der Prozessor ist, eine möglichst hohe Taktfrequenz / Single Core Performance ist in Photoshop  immer wichtiger als die Anzahl der Kerne des Prozessors.

Immerhin: Mit solchen alten Systemen wurde früher auch auf professioneller Ebene alles produziert, was man auch heute noch mit modernen Computern erzeugt. Vom Erstellen eines Bildbandes voller hochauflösender Kunstdrucke bis hin zur XXXL-Banner-Werbung im Münchner Hauptbahnhof – das war auch schon vor fünfzehn Jahren alles möglich. Mit Computern, über deren Leistungsdaten heute viel zu oft nur müde gelächelt wird. Die Wahrheit ist: Wenn es Ihnen darum geht, einfach nur Ihre Urlaubsfotos ein wenig zu bearbeiten, brauchen Sie im Jahr 2020 keine hochgerüstete, neue und teure Hardware mehr.

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Irrtum Nummer 2: Für eine effektive Bildbearbeitung braucht man eine schnelle, teure Grafikkarte! Gerade wenn man mit Photoshop arbeitet.

Bild einer Grafikkarte der Mittelklasse
Eine eigene Grafikkarte macht für aktuelle Bildbearbeitung durchaus Sinn. Unser Tipp: Eine ältere Karte aus der Quadro-Serie für Profis von Nvidia oder eine aktuelle Consumer-Karte der unteren Mittelklasse genügt vollkommen.

Tatsächlich macht eine dedizierte Grafikkarte in einem PC, der primär für die Bildbearbeitung eingesetzt wird, Sinn. Aber diese Grafikkarte muss weder schnell noch teuer sein, um hervorragende Ergebnisse zu erzielen. Denn der Umstand allein, dass überhaupt ein Grafikprozessor (GPU) anstatt der CPU für bestimmte Operationen innerhalb einer Software herangezogen werden kann, sorgt bereits für eine massive Beschleunigung des Rechenvorgangs.

Der Grund dafür ist in der unterschiedlichen Architektur einer GPU gegenüber dem eigentlichen Hauptprozessors, der CPU, zu suchen. Ohne an dieser Stelle in die Tiefe gehen zu wollen, sei nur so viel gesagt: Eine GPU ist bei parallelen Rechenoperationen ganz erheblich schneller als eine CPU. Nicht doppelt, dreimal oder zehnmal so schnell – sie ist je nach Operation bis zu hundertmal (!) schneller als jede verfügbare CPU.

Eine gute Grafikkarte der Mittelklasse genügt völlig – auch für ambitionierte Bildbearbeitung in einem Programm wie Photoshop!

Genau das ist der Grund, warum es grundsätzlich erst einmal völlig genügt überhaupt eine eigene Grafikkarte / Grafikeinheit in einen PC für die Bildbearbeitung vorliegen zu haben, die Photoshop ansprechen kann.


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Genügt dann auch eine Grafikeinheit, die in der CPU integriert ist (zum Beispiel Intel HD Graphics)?

Welche Grafikkarte für Photoshop? Kaufen Sie keine teuren High-End Lösungen.
Welche Grafikkarte für Photoshop? Ein verwirrendes Thema. Aber eines ist sicher: Eine High-End Grafikkarte brauchen Sie nicht. Bildnachweis : wavebreakmediamicro / 123RF Standard-Bild

Im Prinzip gilt dies auch für GPUs, die in einem Prozessor integriert wurden (auch IGPs oder APUs genannt). Das ist bei vielen modernen CPUs der Fall. Bei Intel nennt sich das zum Beispiel Intel HD Graphics.

Je nach Alter und Version dieser integrierten GPUs / IGPs kann es allerdings geschehen, dass Photoshop in manchen Filtern Grafikbeschleunigung nicht zulässt oder aber sogar komplett sperrt.  Erst ab der sechsten Generation der Intel Core-Serie finden sich HD Graphics GPUs, die sauber funktionieren und einige davon sind von Adobe sogar getestet:

  • Intel® HD Graphics: P530, P630, 5000, 515, 520
  • Intel® Iris Pro Graphics: P5200, P6300, P580
  • Intel HD Graphics 515 und 520

Eventuell reicht Ihnen also sogar eine vergleichsweise sehr schwache integrierte Grafikeinheit um von der GPU-Beschleunigung zu profitieren.

Mit dedizierten, eigenständigen Grafikkarten fahren Sie aber besser

„Echte“, dedizierte Grafikkarten (auch der Einsteigerklasse) arbeiten aber spürbar schneller. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie natürlich auch erst einmal versuchen, ob die GPU, die in Ihrem Prozessor verbaut ist, vielleicht ihren Anforderungen sogar schon genügt. Das entsprechende Board / Gehäuse vorausgesetzt, können Sie dann später immer noch nachrüsten. Denn wie schon geschrieben: grundsätzlich macht eine eigene, dedizierte Grafikkarte in einem PC für Photoshop Sinn. Aber es muss keine Karte der Oberklasse sein.

Grundsätzlich lässt sich daher die Frage, ob sich ein Gaming PC (mit Gaming-Grafikkarte) für die Bildbearbeitung eignet ebenfalls ganz einfach beantworten. Die Antwort lautet: Aber selbstverständlich! 

Wo eine GPU angesprochen werden kann (ganz gleich welche), kommt es erst einmal grundsätzlich zu einem massiven Leistungssprung bzw. bestimmte Effekte werden überhaupt erst nutzbar.

Prozessoren der Core I-Serie  von Intel ab der sechsten Generation (Skylake) verfügen über eine integrierte Grafikeinheit, die auch für die Grafikbeschleunigung in Photoshop weitgehend geeignet ist.

Der Leistungssprung, der entsteht, wenn Sie statt der im Prozessor integrierten Grafik eine Grafikkarte der unteren Mittelklasse verwenden, ist in der Tat spürbar. Der Leistungssprung zwischen der unteren Mittelklasse und der Grafikkarten-Oberklasse hingegen ist in Photoshop in der Praxis kaum zu bemerken.

Wenn Sie viel Videobearbeitung betreiben und/oder viel an komplexen Projekten im CAD-Bereich arbeiten,  erst dann schlägt wirklich die Stunde der schnellen und darauf spezialisierten Grafikkarten, auch die der Profi-Klasse. Zum Beispiel für die schnellsten Vertreter der Quadro-Serie des Herstellers Nvidia.

Wenn Sie mehr über diese Grafikkarten-Serie erfahren wollen, lesen Sie auch unseren Beitrag: Nvidia Quadro-Karten: ist der Einsatz in Photoshop sinnvoll?

Diese Leistung brauchen Sie aber für professionelle Bildbearbeitung im Jahr 2020 nicht zwingend. Eine Einsteiger-Karte aus der Quadro-Serie oder selbst eine Einsteiger-Karte aus dem Gaming-Segment reichen meist aus. Manch einem genügt vielleicht auch die integrierte Grafikeinheit des Prozessors.

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Irrtum Nummer 3: Durch den Einbau einer Grafikkarte wird Software für die Bildbearbeitung (wie Photoshop) automatisch viel schneller!

Nicht alle Funktionen einer Software profitieren von der Leistung einer Grafikkarte, sondern nur manche. Auch hier liegt ein weit verbreitetes Missverständnis vor. Die Verwendung einer schnellen SSD als Massenspeicher oder der Einbau von viel Arbeitsspeicher hat diesbezüglich einen weit größeren Effekt. Denn wie wir schon bei Irrtum Nummer 2 erklärt haben, tritt ein Leistungsschub bei der Bildbearbeitung nur dann ein, wenn ein bestimmter Effekt oder ein bestimmtes Werkzeug die GPU der Grafikkarte auch nutzt. Das ist aber bei einer großen Mehrheit der Funktionen einer Software wie Photoshop überhaupt nicht der Fall.
Der Hersteller ADOBE stellt regelmäßig aktuelle Informationen zur Verfügung welche Teile ihrer Software von einer GPU profitieren (oder überhaupt erst nutzbar werden). Diese finden Sie zum Beispiel HIER.

Die Photoshop-Alternative GIMP hat übrigens gerade erst damit begonnen, GPU-Beschleunigung für einige Werkzeuge offiziell bereitzustellen und ist dabei noch wenig effektiv (Stand 2019). Im Jahr 2020 sind wir also durchaus noch ein ganzes Stück davon entfernt, dass GPU-Beschleunigung Einzug in jede Software gehalten hätte. Es verhält sich eher so, dass spezielle Werkzeuge in bestimmten Bildbearbeitungsprogrammen deutlich schneller arbeiten durch die Nutzung einer Grafikkarte. Wenn Sie diese Werkzeuge aber nie einsetzen, macht es überhaupt keinen Unterschied, ob Sie eine Onboard-Grafiklösung, eine 500 Euro teure Consumer-Karte oder gar eine Grafikkarte für Profis für mehrere tausend Euro verwenden. Photoshop wird wie jede andere Software für die Bildbearbeitung exakt gleich schnell performen.

Ihnen geht es einfach nur darum, Ihre Familienfotos ein wenig zu bearbeiten? Dann brauchen Sie im Jahr 2020 keine hochaktuelle und teure Hardware mehr. Eine eigene Grafikkarte ist zwar grundsätzlich empfehlenswert, eine Grafikkarte der sehr teuren Profi-Klasse ist aber in der Regel völlig unnötig und bietet eventuell auch kaum einen Mehrwert für Sie.

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Irrtum Nummer 4: Je mehr Kerne ein Prozessor hat, umso besser für die Bildbearbeitung!

Bild einer CPU
Ein Hauptprozessor (CPU) mit vielen Kernen ist auch in der Bildbearbeitung nützlich. Wichtiger ist für Programme wie Photoshop allerdings ein hoher Basistakt.

Der entscheidende Fehler in dieser Aussage besteht darin, dass viele Kerne gleichbedeutend wären mit einer allgemein höheren Arbeitsgeschwindigkeit.

Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop oder auch Lightroom profitieren aber vor allem von einer möglichst hohen Single Thread Performance des Prozessors. Das heißt konkret: wie leistungsfähig ist ein einzelner Kern für sich alleine? Je mehr Kerne eine CPU aufweist, desto häufiger tritt aber der Fall ein, dass jeder einzelne dieser Kerne niedriger taktet als die Kerne eines Prozessors der gleichen Generation mit weniger Kernen. Damit geht häufig (muss aber nicht) eine geringere maximale Performance der einzelnen Kerne einher.

Ein Prozessor mit vielen Kernen ist also nicht per Se grundsätzlich besser für die Bildbearbeitung geeignet. Es gibt Filter, die von vielen Kernen wirklich profitieren (z.B. der Filter Objektivunschärfe in Photoshop). Viele andere Funktionen, sogar die meisten, nutzen aber nie mehr als einen Kern des Prozessors gleichzeitig.

Beispiel:
Sie haben einen PC mit einer CPU mit acht Kernen, die aber jeder für sich alleine eine geringe Single Thread Performance aufweisen. Daneben einen PC, dessen (sehr oft sogar günstigere) CPU zwar nur zwei oder vier Kerne besitzt, die aber eine hohe Single Thread Performance aufweisen . Wenn Sie nun ein Werkzeug in Photoshop benutzen, dass immer nur einen Kern anspricht, wird der Prozessor mit weniger Kernen signifikant schneller arbeiten, als die in der Regel deutlich teurere CPU mit acht Kernen.

Wenn Sie also zum Beispiel sehr viel in Photoshop arbeiten ohne dabei dauernd auf Filter zurückgreifen zu müssen, welche viele Kerne ausnutzen können, nützt Ihnen eine teure CPU mit 12 Kernen rein gar nichts.


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Was bedeutet das in der Praxis?

Im Zweifel gilt Folgendes: Lieber eine CPU mit weniger Kernen, die aber eine hohe Leistung aufweisen kaufen als einen Prozessor mit vielen Kernen, aber geringerer Single Thread Performance auswählen. Für Sie bedeutet das, dass Sie im Internet verfügbare Benchmarks zu Rate ziehen sollten. Denn viele Kerne zu haben, kann sogar kontraproduktiv sein, wenn die Single Thread Performance nicht stimmt. Das liegt daran, dass viele Werkzeuge in einer Software wie Photoshop nicht oder nur wenig von vielen Kernen profitieren. Dies mag sich in Zukunft ändern, ist aber im Jahr 2020 noch immer der Stand der Dinge.

Gibt es Ausnahmen?

Ja- Wenn Sie als Fotograf in der Exportfunktion in Lightroom hunderte von RAW-Fotos gleichzeitig in verschiedenen Auflösungen und Qualitäten herausrendern, profitieren Sie deutlich von mehr Kernen.  Gehört das zu ihrem regelmäßigen Workflow, sollten Sie eine CPU mit mehr Kernen den Vorzug geben. Selbst dann, wenn deren Single Thread Performance geringer ist.

Auch wenn Sie mit der zunehmend beliebter werdenden Software Luminar, einer spannenden Alternative zu Adobe Lightroom, arbeiten sollten oder wollen, ist ein Prozessor mit möglichst vielen Kernen von Vorteil.  Denn im Gegensatz zu den „Bildbearbeitungs-Platzhirschen“ profitiert Luminar deutlich mehr von vielen Kernen der CPU. Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht (Danke an dieser Stelle) und wir konnten diese Tatsache im Taskmanager auch verifizieren. Etwas vereinfacht lässt sich sagen – je jünger eine Softwarearchitektur ist, desto eher wird sie mehr von vielen Kernen profitieren als von der Maximalleistung jedes einzelnen Kerns.

Im Moment ist aber immer noch eine sehr gute Single Thread Performance der CPU in den allermeisten Programmen für die Bildbearbeitung entscheidend. Während das Potential vieler Kerne noch oft nicht genutzt wird und nur in wenigen Werkzeugen einen wirklichen Mehrwert darstellt. Die Annahme, eine CPU mit möglichst vielen Kerne zu haben wäre grundsätzlich die beste Variante kann man also so nicht stehen lassen.

Spielt die maximale Taktfrequenz einer CPU bei der Single Thread Performance eine Rolle?

Ja- sie ist ein wichtiger Indikator. Allerdings – je unterschiedlicher die zu vergleichenden Prozessor-Architekturen sind, sei es vom Ansatz her (AMD versus Intel) oder vom Stand der Entwicklung (eine alte CPU weist bei gleicher Taktfrequenz  praktisch immer eine deutlich geringere Leistungsfähigkeit auf als eine neue CPU) desto weniger taugt die Taktfrequenz als allein gültiger Anhaltspunkt.

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FAZIT

Das Thema Bildbearbeitung ist ein weites Feld. Es gibt Workflows, die tatsächlich nach einer enorm leistungsstarken Hardware verlangen. Die Frage, die Sie sich stellen sollten ist, ob Sie solche Workflows überhaupt anstreben. Unsere Grafikabteilung bei HARLANDER.COM zum Beispiel setzt selbst bei sehr aufwändigen DTP- und Bildbearbeitungsaufgaben nicht auf neueste Computertechnik. Es ist einfach nicht nötig ist und im Grunde wäre es unwirtschaftlich.

Denn die Leistungsfähigkeit etwas älterer Hardware genügt unseren professionellen Ansprüchen vollkommen. Statt also auf die neueste Prozessor-Generation zu setzen, haben wir viel Arbeitsspeicher verbaut. Außerdem haben wir auf die Hochwertigkeit und Stabilität der Komponenten geachtet. Daher setzen wir auf echte Workstations statt auf Business-PCs sobald es um Bildbearbeitung, DTP oder Videobearbeitung geht. , wenn es um Auf diese Weise haben wir eine sehr leistungsstarke und insbesondere absolut stabile Arbeitsumgebung geschaffen, die relativ günstig, effektiv und dabei auch auch noch leise ist.

Wenn auch Sie sich für sinnvolle Alternativen zum Neukauf eines PC-Systems interessieren: Gebrauchte Workstations von Herstellern wie DELL, HP, Fujitsu oder Lenovo eignen sich ganz hervorragend auch für aufwendige Bildbearbeitung. Workstations sind High-End-Systeme hinsichtlich Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Wir von Harlander.com verkaufen solche Computer zu fairen Preisen mit Gewährleistung und optionaler Garantie. Dabei sparen Sie viel Geld. Das sollten Sie vielleicht besser in den vielleicht wichtigsten Baustein jedes Arbeitsplatzes eines Fotografen investieren sollten: den Monitor.

Fassen wir noch einmal kurz zusammen! Was zeichnet einen geeigneten PC für Photoshop bzw. einen guten Arbeitsplatz für die Bildbearbeitung aus?

  • Achten Sie bei der Wahl Ihres Prozessors auf eine hohe Single Thread Performance der Kerne
  • Spendieren Sie dem PC eine eigene, nicht zu alte Grafikkarte
  • Arbeitsspeicher ist wichtig. Ab acht Gigabyte können Sie anfangen sinnvoll zu arbeiten
  • Sparen Sie nicht an der Peripherie (Maus, Monitor, Tastatur). Lieber ein etwas älterer Prozessor als ein mittelmäßiger Monitor
  • Setzen Sie beim Massenspeicher unbedingt auf SSD-Technologie. Der Einsatz klassischer Festplatten (HDD) bremst auch den aktuellsten Prozessor gnadenlos aus

Für ein gutes Computersystem für die Bildbearbeitung brauchen Sie hingegen NICHT zwingend:

  • Die neueste und schnellste Hardware. Auch gebrauchte Workstations oder neue PCs der Mittelklasse reichen hierfür aus
  • Eine sehr schnelle und teure Grafikkarte. Prüfen Sie hier zuerst, ob diese Ihnen überhaupt Vorteile bringt
  • Eine CPU mit möglichst vielen Kernen – außer Sie wollen mit der Software Luminar arbeiten.

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Erfahren Sie mehr zum Thema:

Mindestanforderung für Photoshop CC 2018
Mindestanforderung für Lightroom CC 2018

Mindestanforderungen für Luminar
Mindestanforderungen Capture One

GPU vs CPU Computing: What to choose?
Welche Funktionen in Lightroom profitieren von einer GPU (englisch) ?
Der Unterschied zwischen CPU und GPU (englisch)

Sie interessieren sich für einen gebrauchten PC für die Bildbearbeitung?

Lesen Sie zu diesem Thema auch gerne unseren gesonderten Beitrag:  PC für Bildbearbeitung & Mediengestaltung – Fehlplanungen beim Kauf vermeiden

Wir empfehlen gebrauchte Workstations. Als Händler haben wir zusammen mit unseren Kunden sehr gute Erfahrungen mit dieser Geräteklasse gemacht. Auch innerhalb unserer eigenen Grafikabteilung setzen wir grundsätzlich auf diese kostengünstige und zugleich effektive Lösung. Stöbern Sie hier: Harlander.com

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Nvidia Quadro-Grafikkarten im PC: sinnvoll für die Bildbearbeitung? Ein Vergleich mit der Geforce-Serie

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18 Kommentare bei „Die vier größten Irrtümer bei der Zusammenstellung eines PCs für die Bildbearbeitung

  1. Hallo,
    ich arbeite im Produktmarketing mit den Programmen aus der Adobe Cloud auf einem Dell Notebook Precision 3520 mit Quad 2,70 GHz Intel Core i7-6820HQ. Im privaten Umfeld (Vereinsarbeit etc.) erstelle ich auch hin und wieder Flyer, Broschüren, etc..
    Nun ist mein altes, privates Dell-Notebook defekt und ich suche kurzfristig ein neues Notebook, auf dem ich z.B. InDesign, Lightroom, Photoshop, Illustrator betreiben kann.
    Können sie mir direkt günstige Geräte aus Ihrem Bestand empfehlen?

    Vielen Dank im Voraus!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Laukemper

    1. Hallo Herr Laukemper,
      was Sie beschreiben ist natürlich das klassische Arbeitsumfeld einer mobilen Workstation – eines Gerätes also, wie Sie es auch beruflich nutzen. Würden Sie das Notebook an einem externen Monitor betreiben wollen wenn es um farbverbindliches Arbeiten geht oder wäre es wichtig, dass das Notebook selbst ebenfalls ein entsprechend hochwertiges Display besitzt?

      Mit freundlichen Grüßen,

      Alexander Göhs (Harlander.com)

    2. Ich habe Ihr Anliegen übrigens an unseren Kundenservice weitergeleitet – wir suchen mal ein paar Geräte für Sie heraus und kontaktieren Sie dann. Vielleicht ist ja etwas für Sie dabei!

      Mit freundlichen Grüßen
      Alexander Göhs (Harlander.com)

  2. Hallo ,
    ich interessiere mich für einen gebrauchten PC mit dem ich das Bildbeareitungsprogramm Luminar 4 aber auch ein Video Schnittprogramm betreiben kann.
    Mein alter Laptop ist dafür nicht mehr geeignet.
    Bitte schicken sie mir Vorschläge hierfür!
    Vielen Dank
    Achim Engler

    1. Hallo Herr Engler,
      ich habe Ihre Anfrage umgehend an unseren Kundenservice weitergeleitet. Wir hätten da sicher Vorschläge für Sie. Ein Kollege wird sich bei der von Ihnen angegebenen Mail-Adresse melden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Alexander Göhs (Harlander.com)

  3. Hallo ,
    ich interessiere mich für einen gebrauchten PC oder auch Laptop, mit dem ich das Bildbeareitungsprogramm Luminar 4 betreiben kann.
    Mein alter Laptop ist dafür nicht mehr geeignet.
    Bitte schicken sie mir Vorschläge hierfür!
    Vielen Dank

    1. Hallo Herr Kleyboldt,
      ich habe Ihre Anfrage gerade an unseren Kundenservice weitergeleitet. Bestimmt haben wir da etwas passendes für Sie. Ein Kollege wird Sie bald über die hier angegebene Mail-Adresse kontaktieren.
      Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Ihnen,

      Mit freundlichen Grüßen
      Alexander Göhs (Harlander.com)

  4. Hallo,
    Sie schreiben, dass ein PC mit zwei oder vier Kernen für die Bildbearbeitung ausreichend ist. Für die Arbeit mit Lightroom, Photoshop oder CaptureOne ist dies korrekt. Während der Arbeit mit diesen Programmen werkelt meist nur ein Kern – die anderen ‚langweilen‘ sich.
    Aber . . . mit Luminar sieht es total anders aus. Luminar profitiert sehr von einer CPU mit vielen Kernen. Kann man sehr gut im Taskmanager verfolgen.
    Ich habe von einem 2-Kerner auf einen 6-Kerner mit ähnlicher Taktfrequenz gewechselt. Dies ergab einen mehr als deutlichen Geschwindigkeitsschub bei der Arbeit mit Luminar.
    Gruß
    Fred

    1. Hallo,
      vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das gestern Abend überprüft und kommen zum gleichen Schluss wie Sie. Der Artikel wurde um diese Information entsprechend ergänzt – immerhin gewinnt Luminar spürbar an Bedeutung und dies ist somit eine sehr relevante Information. Vielen Dank dafür!

  5. Programme zur Fotoentwicklung arbeiten, optional – aber effektiver, mit der GPU der Grafikkarte.
    Mein 4 Jahre altes Notebook mit i7-CPU und nvidia GeForce GT 460M arbeitete bisher mit RAW-Dateinen meiner 16MP-kamera zufriedenstellend, nach dem Update auf einer 24 MP-Kamera treten deutliche Verzögerungen beim Rendern der Bilder auf.

  6. Hallo!
    Ich kann den Satz „Im Zweifel gilt also Folgendes: Lieber ein höherer Takt und etwas weniger Kerne als viele Kerne und im Vergleich eine niedrige Taktung des Prozessors.“ so nicht stehen lassen.
    Bitte schauen sie sich zB. auf https://www.cpubenchmark.net/ um.
    Die Single Thread Performance eines Prozessors ist ausschießlich Architekturabhängig und hat nur wenig mit der Taktfrequenz zu tun.
    Sehr schön sichtbar wird dies bei der Entwicklung der verschiedenen AMD Architekturen, wie deutlich die Single Thread Performance im Vergleich zum Takt steigt.
    Und die Art und Weise, wie Software von der Zahl der Kerne (oder logischen Kerne) profitiert, hängt sehr von der Software ab. Heutzutage ist ein Prozessor mit mehreren Kernen idR die bessere Wahl, insbes. für die kommende Software.
    Nur alte Softwarearchitekturen profitieren noch stärker von hoher Single Thread Performance, modernere hingegen profitieren enorm von den aktuell entwickelten Prozessoren (i7, i9 und Ryzen 5,7,9 im oberen Segment)!

    1. Damit haben Sie recht! In der Tat ist dieser Satz vom technischen Standpunkt unscharf. Da die Korrelation zwischen hoher Taktfrequenz und hoher Leistung auch heute noch grundsätzlich besteht und, der Einwand sei gestattet, auch nicht zu vernachlässigen ist, wurde dies von uns für eine bessere Verständlichkeit so formuliert. Denn meistens ist diese Aussage tatsächlich korrekt. Die Taktfrequenz ist bei gleicher oder ähnlicher Architektur der CPU ein wichtiger Indikator für die Single Thread Performance. Aber eben auch nur das. Ein Indikator.

      Daher haben wir den Artikel angepasst -auch wenn es komplizierter wird. Denn ja: es geht im Kern um die Single Thread Performance des Prozessors. Und diese wird nicht durch die Taktfrequenz alleine bestimmt.

      Vielen Dank für Ihren Beitrag!

  7. Fundierter und sehr hilfreicher Artikel. Danke dafür! Meiner Erfahrung nach ist die Größe des Arbeitsspeichers wesentlich wichtiger als der Prozessor. Klar, der sollte auch nicht schwach sein. Aber im Zweifel – lieber mehr Arbeitsspeicher.

    Was Luminar betrifft – kann schon sein, dass die Software von vielen Kernen profitiert. Aber ich glaube, Luminar ist einfach unausgegoren. Braucht starke Hardware um überhaupt halbwegs flüssig zu laufen. Das macht Photoshop und sogar Lightroom einfach viel besser!

  8. @Mr.HINWEIS

    Sie schreiben:

    „Die Single Thread Performance eines Prozessors ist ausschießlich Architekturabhängig und hat nur wenig mit der Taktfrequenz zu tun.“

    Die Formulierung „nur wenig“ kann man so einfach nicht stehen lassen. Sie ist und bleibt ein wichtiger Indikator – selbst beim Vergleich unterschiedlicher Architekturen wie AMD vs Intel. Hier stimmt natürlich ihre Feststellung, dass eine CPU mit geringerer Taktfrequenz durchaus eine höhere Single Core Performance als eine CPU mit höherer Taktfrequenz haben kann. Aber eben nur in einem gewissen Rahmen. Weil diese eben einiges damit zu tun hat und und nicht nur ein wenig.

    Außerdem: innerhalb einer bestimmten Architektur ist die Taktfrequenz sogar der entscheidende Indikator. Darum schlagen Core i7 mit weniger Kernen als die teuren XEONS (mit vielen Kernen aber geringem Takt) diese ja auch regelmäßig in den von Ihnen verlinkten Benchmarks in der Single Core Performance. Das ist klar aus den Ergebnissen herauszulesen.

    Ich würde mal behaupten der Satz: „Im Zweifel gilt also Folgendes: Lieber ein höherer Takt und etwas weniger Kerne als viele Kerne und im Vergleich eine niedrige Taktung des Prozessors“ stimmt in 90% der Fälle wenn es um die Kaufentscheidung geht. Entscheidet man sich innerhalb einer bestimmten Prozessorgeneration stimmt er zu 99% (zeigen sie mir einen Intel CPU der z.B sechsten Generation, der bei geringerer Taktfrequenz eine höhere Single Core Performance hat als eine CPU der gleichen Gen mit höherer Taktfrequenz.)

    „Ausschließlich Architekturabhängig?“ Das ist auch irreführend. Die Taktfrequenz eines Prozessors ist ein wesentlicher Indikator für die Leistung in JEDER Architektur, sie ist TEIL und ERGEBNIS der jeweiligen Architektur. Sie gehört also dazu. Und nicht nur „ein wenig“. Sie ist ein entscheidender Indikator. Immer schon gewesen, seit es Prozessoren gibt.

    Nur im Vergleich AMD vs Intel oder aber sehr alter Intel vs neuer Intel muss man wirklich aufpassen. Ansonsten ist die Taktfrequenz natürlich aber schon ein guter Anhaltspunkt (und nur das) für die zu erwartende Single Core Performance, der kritisierte Satz im Beitrag also als Richtlinie durchaus richtig und nicht irreführend.

  9. Wo liegen denn eigentlich die Vorteile von Quadro-Karten in Photoshop gegenüber den Geforce-Karten? Gibt es da überhaupt welche?

  10. Sehr geehrter Herr Göhs
    Vielen Dank für den sinnvollen Beitrag! Die Punkte (wie auch die Ausnahmen dazu) kann ich bestätigen bzgl. Anforderungen an Bildbearbeitung (NICHT Video).
    Ich liebläugle mit einem neuen Desktop, und habe mich wieder in die „Es-muss-das-Neuste-Beste-sein“ verrannt bevor ich auf Ihre Seite gestossen bin.
    Aber allgemein lohnt es sich, ALLE Komponenten eines Systems anzuschauen. Dann hat man nicht einen Flaschenhals, welcher alle anderen Komponenten ausbremst. Und jeweils das beste Preis-Leistungsverhältnis nimmt. Dann hat man länger Freude am System.

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