Welche USB-Anschlüsse gibt es? Behalten Sie den Überblick über die USB-Spezifikationen

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Banner des Blogartikels über die Umbenennungen alter USB-Spezifikationen
Von einer stringenten Bezeichnungs-Logik hin zu einem Benennungs-Chaos bei den USB-Spezifikationen. Keine Sternstunde des USB-IF. Foto by Jiradet Ponari /123rf.com

Der Geschichte der USB-Anschlüsse ist eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 1996 erstmals spezifiziert, gelang es dem USB-Anschluss, die Anbindung externer Geräte an einen Computer innerhalb kurzer Zeit zu revolutionieren und zu vereinfachen.

USB wurde von einem Konsortium aus den Unternehmen Compaq, DEC, Intel, IBM Nortel, NEC und Microsoft entwickelt. Aber welche USB-Anschlüsse gibt es? Gerade hinsichtlich der maximal möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten sowie der Stromversorgung machte der USB-Anschluss im Laufe der Jahre dann noch echte Entwicklungssprünge. Diese waren bis zum Jahr 2013 für den Konsumenten auch noch wunderbar leicht und verständlich gekennzeichnet. USB 2.0 (aus dem Jahr 2000) war massiv schneller als USB 1.0. Die Möglichkeiten von USB 3.0 wiederum übertrafen dann USB 2.0. Dann folgte noch USB 3.1. Und auch hier griff noch die Logik, dass eine höhere Zahl auch höhere Geschwindigkeiten und verbesserte Technik bedeutet.

Da blieben wenig Fragen offen. Die Welt war noch in Ordnung. 3 ist mehr als 2. Das konnte jeder verstehen.

Welche USB-Anschlüsse gibt es?

Das Bezeichnungs-Chaos bei den USB-Spezifikationen

Welche USB-Anschlüsse gibt es? Der Durchblick bei den USB-Spezifikationen wird mit der wachsenden Typenvielfalt des Anschlusses nicht einfacher
Typenvielfalt und Bezeichnungschaos bei den USB-Spezifikationen haben für viel Verwirrung gesorgt. Foto by lassedesignen/123rf.com

Dann aber ließen sich die Damen und Herren des USB Implementers Forums (im Folgenden USB-IF) etwas ganz besonderes einfallen. Sie begannen, vormals bestehende und bekannte Bezeichnungen der USB-Anschlüsse bei gleichen Spezifikationen einfach im Nachhinein umzubenennen. Und das nicht nur einmal. Führt man sich vor Augen, dass das USB-IF auch das Marketing für den USB-Anschluss auf seine Fahnen geschrieben hat, kann man sich diesbezüglich nur verwundert die Augen reiben.

Welches Unternehmen ist denn je auf die Idee gekommen, eingeführte Marken und Typenbezeichnungen im Nachhinein zu ändern? Stellen Sie sich vor: Sie haben einen BMW mit einem bestimmten Motor gekauft (etwa 320D) und plötzlich sagt Ihnen der Hersteller: Dieser Motor, den wir vor zehn Jahren entwickelt haben, heißt jetzt übrigens 321D. Nur um wenig später zu verkünden, dass er jetzt doch 322 D Gen2 heißt. Und da es schon einen Motor mit dieser Bezeichnung gab, hat man den jetzt auch gleich umbenannt. In 323 D Gen3 x2. Klingt absurd? Ist es auch, aber genau so etwas hat das USB-IF  bei den USB-Anschlüssen getan.

Das USB-IF ist eine Organisation, die den Universal Serial Bus (USB) fördert und verwaltet. Sie kümmert sich um die Einhaltung der USB-Spezifikationen und wurde von einer Gruppe von Unternehmen gegründet, die gemeinsam USB entwickelt hatten. Sie ist kein Bestandteil einer Firma und arbeitet nicht gewinnorientiert (Non-Profit-Organisation).

Das Ergebnis ist die maximale Verwirrung beim Konsumenten. Exemplarisch möchten wir Ihnen dies an der Umbenennung des ursprünglichen USB 3.0 Anschlusses aufzeigen. Dieser hat inzwischen drei Bezeichnungen.

Im Ursprung: USB 3.0. Dann wurde daraus USB 3.1 Gen 1. Jetzt soll er plötzlich USB 3.2 Gen 1 heißen.

Wohlgemerkt: alle drei Namen stehen für den exakt gleichen Anschluss.

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Warum ist das eigentlich ein Problem?   

Die Umbenennungen der USB-Spezifikationen hat zu einem Bezeichnungschaos bei Händlern und Herstellern geführt
Die abermaligen Umbenennungen der USB-Spezifikationen hat zu einem Bezeichnungschaos bei Händlern und Herstellern geführt. Foto by Ion Chiosea/123rf.com.

Manch einer wird sagen, das mag alles nicht elegant sein, aber warum ist das jetzt so schlimm? Kurz gesagt:  Das Problem liegt in der rückwirkenden Umbenennung der USB-Spezifikationen.

Ob das USB-IF ernsthaft davon ausgegangen ist, dass alle Hersteller und Händler ihre Datenblätter ebenfalls mal eben rückwirkend ändern würden, wissen wir nicht. Umgesetzt wurde es jedenfalls nicht oder nur teilweise. Das Ergebnis ist verheerend in Sachen Übersichtlichkeit. Denn der ganz normale Käufer weiß in der Regel nichts von den Umbenennungen und trifft bei verschiedenen Herstellern und Händlern auf scheinbar widersprüchliche Angaben bezüglich der Spezifikation der USB-Ports. Denn der eine Händler oder Hersteller passt die Angaben an, der andere nicht. Da stellt sich dann schon fast nicht mehr die Frage, welche USB-Anschlüsse es gibt, sondern welche man überhaupt hat.  


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Auch unsere Kunden interessiert natürlich, warum zum Beispiel in einem Datenblatt eines Herstellers von USB 3.0 die Rede ist, wir ihn als Händler aber mit USB 3.1. Gen 1 auszeichnen. Gaukeln wir etwa höhere Geschwindigkeiten vor (3.1 scheint ja „mehr“ zu sein und ursprünglich war nach der alten Bezeichnungs-Logik der USB 3.1 Anschluss ja auch tatsächlich schneller als USB 3.0)?  Die Antwort: das tun wir natürlich nicht, beide Bezeichnungen stehen für den exakt gleichen Anschluss. Weil das USB-IF beschlossen hat, dass bestimmte ältere USB-Spezifikationen jetzt eben anders heißen sollen.

Leider hat das USB-IF  das auch noch gleich zweimal getan. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die verschiedenen USB-Anschlüsse inklusive deren  (unsäglichen) Namensänderungen einmal zusammengetragen.

Welche USB-Anschlüsse gibt es und wie heißen diese? Die USB Spezifikationen

Originaler NameErster neuer NameAktueller NameGeschwindigkeitJahr des Erscheinens
USB 1.0USB 1.0USB 1.012 MBit/s1996
USB 1.1USB 1.1USB 1.112 MBit/s1998
USB 2.0USB 2.0USB 2.0480 MBit/s2000
USB 3.0USB 3.1 Gen 1USB 3.2 Gen 15 Gbit/s2008
USB 3.1USB 3.1 Gen 2USB 3.2 Gen 210 Gbit/s2013
USB 3.2USB 3.2USB 3.2 Gen 2x220 Gbit/s2017

Wir als Händler benutzen zurzeit noch die Bezeichnungen der ersten Umbenennungs-Phase. Das liegt ganz einfach daran, dass die rückwirkende Umbenennung bestimmter Eigenschaften ganzer Artikelgruppen in einer Datenbank gar nicht so einfach ist, wie man vielleicht annimmt. Daher für Sie nun eine Tabelle, die Ihnen zeigt, wie wir zurzeit in unserem Shop und all unseren Werbemaßnahmen die USB Anschlüsse bezeichnen:

USB-Bezeichnungen bei Harlander.com (Stand 2020)

Originaler NameAktuelle Bezeichnung bei Harlander.comAktueller NameGeschwindigkeitJahr des Erscheinens
USB 1.0USB 1.0USB 1.012 MBit/s1996
USB 1.1USB 1.1USB 1.112 MBit/s1998
USB 2.0USB 2.0USB 2.0480 MBit/s2000
USB 3.0USB 3.1 Gen 1USB 3.2 Gen 15 Gbit/s2008
USB 3.1USB 3.1 Gen 2USB 3.2 Gen 210 Gbit/s2013
USB 3.2USB 3.2USB 3.2 Gen 2x220 Gbit/s2017

Wie aus der Tabelle ersichtlich wird, bezeichnen wir mit USB 3.1. Gen 1 das gute alte USB 3.0 mit einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 5 Gbit/s.

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USB-Anschlüsse – Fazit und Aussichten

Solange nicht klar ist,  ob das USB-IF nicht in naher Zukunft schon wieder beschließt alle Namen über den Haufen zu werfen, werden wir die Auszeichnungen in unserem Shop erst einmal belassen wie sie jetzt sind. Die Verwirrung um den USB-Anschluss ist unserer Ansicht nach schon groß genug. Immerhin wird die Lage durch eine steigende Anzahl an USB-Typen, inbesondere durch USB-C, auch nicht besser. Den Überblick zu behalten ist nicht einfach geworden. Das ist insbesondere deshalb schade, da der USB-Anschluss über fünfzehn Jahre lang für eine absolut unkomplizierte Anbindung externer Geräte stand und gerade wegen seiner Einfachheit und Bezeichnungs-Logik stets überzeugen konnte.

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Weiterführende Links

https://www.elektronik-kompendium.de/sites/com/0312021.htm

https://www.pcgameshardware.de/USB-30-Hardware-255927/News/USB-32-Gen-1-2×2-Umbenennung-Namen-1276198/

https://www.chip.de/news/Neuer-USB-Standard-3.2-Umbenennungen-werden-Nutzer-verwirren_162910978.html

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