Nvidia Quadro-Grafikkarten: sinnvoll für Photoshop? Ein Vergleich mit der Geforce-Serie

Quadro oder Geforce - welche Grafikkarte macht für Photoshop Sinn?
Grafikkarten aus der Quadro-Serie sind für professionelle Anwendungen konzipiert und nicht fürs Gaming. Was bringen diese in Programmen wie Photoshop? Welche Grafikkarten eignen sich am besten für die Bildbearbeitung?

Nvidia Quadro vs Nvidia Geforce – welche Grafikkarte ist besser für die Bildbearbeitung geeignet?

Effizient, teuer und nichts frü Gamer: die Quadro Serie von Nvidia
Quadro-Grafikkarten sind professionelle Lösungen mit optimierten Treibern, die von einer Vielzahl von Software-Herstellern zertifiziert sind. Sie sind oft in Workstations zu finden.

Was die professionelle Grafikkarten-Serie Quadro von Nvidia (und deren Pendant von AMD – die Radeon Pro bzw. FirePro-Serie) angeht, gibt es eine Menge Missverständnisse. Insbesondere dann, wenn Sie sich die Frage stellen, welche Grafikkarte Sie für Photoshop oder Lightroom brauchen. Eine potente Grafikkarte aus der Geforce-Serie von Nvidia? Oder reicht eine Karte für Einsteiger? Vielleicht ist eben doch eine professionelle Grafikkarte aus der Quadro-Serie am besten? Was also kaufen?

Fangen wir doch erst einmal von vorne an. Photoshop ist ein Bildbearbeitungsprogramm und unterstützt die sogenannte GPU-Beschleunigung. Das bedeutet, dass bestimmte Rechenoperationen vom Prozessor an den Grafikchip (GPU) übergeben werden können – und zwar die Operationen, bei denen eine GPU aufgrund ihrer unterschiedlichen Architektur massiv schneller ist als der Hauptprozessor (CPU).

Da liegt natürlich der Schluss nahe, dass Photoshop auch von entsprechend starken Grafikkarten enorm profitiert. Vereinfacht ausgedrückt ließe sich das in folgender Rechnung darstellen:

Professionelles Grafikprogramm + teure und starke Grafikkarte = der Leistung der Karte entsprechend starkes Photoshop-System

Nun gibt es Grafikkarten, die für den sogenannten Consumer-Markt konzipiert wurden (z.B. Nvidias Geforce-Serie) und wesentlich teurere Grafikkarten, die für den professionellen Einsatz entworfen wurden – etwa die Quadro Serie von Nvidia. Nach der oben aufgestellten Logik müsste das bedeuten:

Professionelles Grafikprogramm + teuerste Quadro-Grafikkarte = exorbitant schneller PC für Photoshop

Leider ist genau diese Annahme: grundfalsch!

Wie funktioniert das mit der GPU-Beschleunigung?

Warum ist das so? Ein Computersystem mit einer sehr teuren Grafikkarte (etwa eine Quadro-Grafikkarte aus dem High-End-Segment) skaliert in Sachen Leistung in einer Software für die Bildbearbeitung (wie zum Beispiel Photoshop) bei weitem nicht in der Form, wie man dies aus dem Gaming-Bereich kennt. Um das zu verstehen, lassen Sie uns erst einmal festhalten, was GPU-Beschleunigung eigentlich bedeutet.

GPU-Beschleunigung entlastet Ihren Prozessor.

Die Abkürzung GPU steht für Graphic Processing Unit. Es handelt sich um einen Grafikprozessor. Er ist Teil der sogenannten Hardwarebeschleunigung eines Computers. Das bedeutet, dass diese Komponente  in speziellen Fällen den Hauptprozessor (die CPU) entlastet. Im Fall der GPU ist das die Darstellung von visuellen Inhalten. Vom einfachen Bild bis hin zur Darstellung hochauflösender Videos. Das kann ein Grafikprozessor wesentlich besser als eine CPU. Denn während der Hauptprozessor Operationen auf wenigen Kernen nacheinander abarbeitet, verfügt eine GPU über tausende kleiner Streaming-Prozessoren die Operationen parallel, also gleichzeitig, berechnen können.

Dieses schöne Video verdeutlicht dies recht gut – und auf sehr unterhaltsame Art und Weise:

In Photoshop gibt es spezielle Filter und Werkzeuge, die deutlich flüssiger laufen, wenn eine Grafikkarte den Prozessor entlasten kann. Manche dieser Filter funktionieren ohne vernünftige Grafikkarte sogar überhaupt nicht. Wichtig für Sie ist nun zu verstehen, dass der eigentliche, durchaus brachiale Leistungssprung dadurch entsteht, dass überhaupt ein Grafikprozessor statt nur der CPU zum Einsatz kommt. Die Frage hingegen, wie schnell dieser Grafikprozessor arbeitet, ist im Gegensatz zum Gaming-Bereich tatsächlich eher sekundär.

Da die primäre Aufgabe einer Grafikkarte die Darstellung visueller Inhalte ist, wird gerne angenommen, dass Bildbearbeitung ganz besonders von einer leistungsstarken GPU profitiert. Dabei wird vergessen, dass es sich im Kern natürlich um eine 2D-Anwendung handelt. Die Darstellung und Berechnung eines 2D-Bildes an sich ist aber auch für eine simple und leistungsschwache Grafikkarte überhaupt keine Herausforderung.

Die allermeisten Aktionen in der Bildbearbeitung werden durch den Hauptprozessor, der CPU, realisiert. Nur bestimmte Filter in Photoshop bieten überhaupt die Möglichkeit, noch einmal zusätzlich von einer GPU zu profitieren. Das bedeutet in der Praxis:  Die Grafikkarte spielt in der Bildbearbeitung eine weitaus geringere Bedeutung als oft angenommen.

Ein Vergleich zur Verdeutlichung

Photosshop bracuht keine High-End-GrafikkarteLassen Sie uns das für Sie in einem Bild verdeutlichen.

Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen dunklen Raum und müssen einen bestimmten Gegenstand finden. Dafür brauchen Sie eine bestimmte Zeit. Das wäre die Ausgangslage für bestimmte Effekte und Filter in Photoshop, die nur von der CPU berechnet werden, aber denen eine Grafikbeschleunigung gut täte.

Nun setzt also die Grafikbeschleunigung ein. In unserem Bild wäre das der Lichtschalter. Der Raum wird hell. Und natürlich brauchen Sie nun wesentlich weniger Zeit um den Gegenstand zu finden. Ob nun eine Lampe mit 40 Watt (Grafikkarte für Einsteiger), 60 Watt (Grafikkarte der Mittelklasse), 100 Watt (Grafikkarte der Oberklasse) oder sogar Flutlicht (professionelle High-End Quadro-Grafikkarte) zum Einsatz kommt, macht zwar einen Unterschied – nur: um wie viel schneller finden Sie den Gegenstand, nur weil es noch heller ist als bei der 40 Watt Lampe? Ein wenig schneller vielleicht schon. Aber wirklich so viel schneller?

Ungefähr so können Sie sich das Leistungsgefälle zwischen den verschiedenen Leistungsklassen von Grafikkarten in Photoshop vorstellen.

Welche Vorteile bringt Ihnen eine Quadro- oder Radeon Pro-Grafikkarte in der Bildbearbeitung?

Photoshop läuft wunderbar mit einer Geforce GTX 1060 oder GTX 1660.
Eine Geforce Grafikkarte der Mittelklasse (hier GTX 1660) genügt: High-End-Karten sind in Photoshop unwesentlich schneller, aber viel teurer.

Eine Grafikkarte aus den professionellen Grafikkarten-Serien von Nvidia (Quadro) oder AMD (FirePro, Radeon Pro) arbeitet wesentlich schneller als zum Beispiel eine in der CPU integrierte Grafikeinheit wie Intel HD Graphics. In der Praxis ist das absolut spürbar und im direkten Vergleich ist es keine Frage,  dass Sie hier einen klaren Vorteil haben. Anders sieht es aus, wenn Sie zum Beispiel ein System mit einer High-End-Grafikkarte mit einem PC vergleichen, bei dem eine gute Geforce-Grafikkarte der Mittelklasse verbaut wurde.  Zum Beispiel eine Geforce GTX 1060. Der Unterschied ist in Benchmarks messbar. In der Praxis aber kaum noch spürbar.

Quadro- und Titan-Grafikkarten gegen eine Einsteiger-Karte der Geforce-Serie

Lassen Sie uns konkret werden. Pugetsystems hat sich das einmal genauer angesehen und mehr oder weniger typische Arbeitsschritte in Photoshop mit verschiedenen Grafikkarten getestet. Leider finden Sie hier keine Werte einer Quadro-Karte.  Allerdings würden deren Ergebnisse in einer 2D-Anwendung wie Photoshop nicht wesentlich von einer Grafikkarte der Geforce-Serie abweichen. Wir vergleichen hier nur eine Einsteiger-Grafikkarte, die GTX 1050 (ca. 150 Euro)  mit einer Titan V (ca. 3000 Euro). Wir haben außerdem nur einige wenige Filter selektiert um Ihnen einen Eindruck über die Unterschiede zu vermitteln.

Den gesamten Benchmark-Test finden Sie hier.

Einsteigerkarte der Geforce-Serie gegen High-End-Karte (TITAN V)

 Geforce GTX 1050Titan V
Öffnen eines RAW-Bildes1.1 Sekunden1.04 Sekunden
Selektiver Scharfzeichner22,73 Sekunden19.77 Sekunden
Feld-Weichzeichnung15 Sekunden14,13 Sekunden
Iris-Weichzeichnung16.09 Sekunden15,57 Sekunden
Kostenca.150 Euro*ca. 3000 Euro*

*Kosten der Anschaffung zum Zeitpunkt des Erscheinens der jeweiligen Grafikkarte. Reale Preise am Markt können entsprechend abweichen.

Sie sehen also, eine Titan V  übertrifft die GTX 1050 in Photoshop durchaus, allerdings bekommen Sie für den 20 fachen Preis ein kaum messbaren Mehrwert. Ist das vielleicht bei Quadro oder Radeon Pro Grafikkarten dann doch noch anders?

Pugetsystems hat auch diese Karten einem Test unter den  identischen Testbedingungen unterzogen. Wir vergleichen hier an dieser Stelle nur die Quadro P6000 24 GB für ca. 5000 (!!) Euro mit der GTX 1050 (ca.150 Euro). Den gesamten Test finden Sie hier.  Das Ergebnis? So spektakulär wie ernüchternd:

Einsteigerkarte der Geforce-Serie gegen High-End-Karte Quadro-Grafikkarte

 Geforce GTX 1050Quadro P6000 24 GB
Öffnen eines RAW-Bildes1.1 Sekunden0.98 Sekunden
Selektiver Scharfzeichner22,73 Sekunden19.61 Sekunden
Feld-Weichzeichnung15 Sekunden13,25 Sekunden
Iris-Weichzeichnung16.09 Sekunden14,56 Sekunden
Kostenca.150 Euro*ca. 5000 Euro*

*Kosten der Anschaffung zum Zeitpunkt des Erscheinens der jeweiligen Grafikkarte. Reale Preise am Markt können entsprechend abweichen.

Die Quadro-Grafikkarte P6000 ist zwar wirklich ein „Rechen-Monster“ (monströs ist auch der Preis), einen wirklichen Mehrwert bietet sie in Photoshop aber nicht. Etwas sehr wichtiges sehen wir also ganz deutlich:  Der massive Aufpreis von High-End-Grafikkarten, egal aus welcher Serie, gegenüber Mittelklasse- oder Einsteiger-Lösungen steht in keinem Verhältnis zum zwar vorhandenen, aber doch recht dürftigen Mehrwert, den sie in Photoshop bieten. 

Zertifizierung, Zuverlässigkeit und Treiber der Quadro-Serie

Quadra-Grafikkarten haben spezielle Treiber
Für einen flüssigen Workflow reicht auch die Geforce-Serie. Die optimierten Treiber bieten aber Karten der Quadro-Reihe.

Zurück zur Quadro-Serie. Was die Bildbearbeitung betrifft: Ein Alleinstellungsmerkmal war bis vor Kurzem, dass nur Quadro-Karten in der Lage waren, 10 Bit statt 8 Bit pro Farbkanal auszugeben. Noch vor zwei Jahren war dies für Fotografen sicherlich eines der wesentlichsten Argumente für den Kauf einer Quadro-Grafikkarte. Seit der Veröffentlichung des Studio Driver 431.70 Treibers hat diese Fähigkeit aber auch die Geforce-Serie nachträglich erhalten. Wenn auch nur Modelle neueren Datums. Voraussetzung ist eine Pascal-, Volta- oder Turing-Architektur (Titan-, RTX-20-, Geforce-16- und Geforce-10-Serie)

Der einzige wirkliche verbleibende Vorteil einer Quadro-Grafikkarte in Photoshop gegenüber einer Grafikkarte der Mittelklasse für Consumer ist daher in Zukunft nur noch: der Treiber. Grafikkarten der Quadro- oder der Radeon Pro-Serie sind für das professionelle Umfeld entworfen, die Treiber dementsprechend optimiert.

Auch deshalb sind diese Grafikkarten für die meisten professionellen Anwendungen zertifiziert. Was Sie also erhalten ist: Sicherheit, Zuverlässigkeit und die Gewissheit, dass Ihre Software mit dieser Karte genau so funktioniert wie sie soll. 

Das bedeutet nicht, dass ein PC mit einer Geforce-Grafikkarte dauernd abstürzen würde. Aber überall dort, wo mit einem Produktiv-System Geld verdient wird, macht es Sinn, eine Grafikkarte einzusetzen, die absolut zuverlässig mit der entsprechenden Software zusammenarbeitet. In diesem Zusammenhang relativiert sich auch der Preisunterschied zwischen der Geforce- und der Quadro-Serie von Nvidia schnell. Was Photoshop betrifft, gilt dies allerdings nur für Einsteiger-Quadro Karten. Denn die leistungsfähigeren Vertreter der Serie kosten neu so viel, dass diese Investition in einen Computer, der „nur“ zur Bildbearbeitung eingesetzt werden soll, in absolut keinem Verhältnis steht.

Auch die Geforce-Serie von Nvidia ist inzwischen in der Lage, 10 Bit auszugeben. Dies war lange ein Alleinstellungsmerkmal professioneller Grafikkarten wie der Quadro-Serie. Dies gilt allerdings nicht für ältere Modelle der Geforce-Serie.

Gebrauchte Nvidia Quadro-Grafikkarten haben ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

Interessant wird es hingegen, wenn Sie gebrauchte Quadro-Karten einsetzen. Der Preisverfall ist recht hoch und wie wir gesehen haben, schlägt sich die auf dem Papier viel höhere Leistungsfähigkeit neuer Grafikkarten in Photoshop kaum nieder. Gebrauchte Quadro-Karten finden sich auch sehr häufig in gebrauchten wiederaufbereiteten Workstations von HP, Fujitsu oder Dell. Wenn Sie sich für sogenannte Refurbished-IT entscheiden, können Sie so zu einem bezahlbaren Preis ein Produktiv-System mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Quadro-Grafikkarten erhalten. Finden Sie hier einen PC mit einer gehobenen Quadro-Karte – umso besser! Wie gesagt: der Preisverfall ist relativ hoch. Ein Vorteil für Sie, wenn Sie mit Photoshop arbeiten.

High-End-Karten der Quadro-Serie machen aber selbst gebraucht keinen Sinn – sofern Sie nur Bildbearbeitung betreiben wollen (und nicht mehr).

Warum sind Quadro-Karten so teuer und wofür sind Sie dann überhaupt gut?

Karten der Quadro-Serie oder Karten der RAdeon Pro Serie sind für CAD, Architektur-Programme oder Maschinenbau konzipiert. Professionelle Grafikkarten sind, ganz besonders natürlich im High-End Bereich, sehr teuer. Und das hat schon auch gute Gründe. Sobald Sie die Ebene der Bildbearbeitung verlassen und zum Beispiel in das Thema CAD einsteigen, gewinnen diese Karten durch ihre speziellen, optimierten Treiber immer mehr an Bedeutung gegenüber einer leistungsstarken Karte der Geforce-Serie. Und natürlich hat das dann seinen Preis, der auch in speziellen Bereichen gut angelegt ist. Hier ein paar Stichworte: Produktdesign, Maschinenbau, Deep Learning, CAD, Architekturprogramme, Materialsimulation, Molekulardynamik-Simulation, medizinische Anwendungen, Raytracing, Animationssoftware, Videobearbeitung  – in all diesen Bereichen machen professionelle Grafikkarten Sinn. Da wundert es auch nicht, dass diese Karten in professionellen Workstations die Regel sind. Und auch mehrere tausend Euro für eine Quadro-Karte können sehr gut angelegt sein.

Sie dürfen nicht vergessen: Die Geforce-Serie ist fürs Gaming konzipiert und optimiert. Wenn Sie aber an Projekten arbeiten, bei denen es vielleicht um ein Auftragsvolumen von Millionen von Euro geht, dann werden Sie für Ihr CAD-Programm sicher nicht auf eine potentiell ungeeignete Grafikkarte setzen, nur um etwas Geld zu sparen.

Geforce oder Quadro: für welche Grafikkarte sollten Sie sich für die Bildbearbeitung entscheiden?

gebrauchte quadro Karten lohnen sich für Photoshop, neue eher nicht. Wenn Sie ausschließlich Bildbearbeitung betreiben wollen, brauchen Sie weder eine potente High-End-Grafikkarte noch zwingend eine Karte der Quadro-Serie. Im direkten Vergleich sparen Sie praktisch immer Geld, wenn Sie auf eine Geforce-Karte oder auf eine entsprechende Consumer-Karte von AMD setzen. Ein netter Nebeneffekt (wenn auch für den professionellen Anwender uninteressant), Sie besitzen dann auch eine Karte, mit der Sie spielen können wenn Sie wollen. Grafikkarten der Quadro-Serie eignen sich dafür nicht wirklich.

Idealerweise setzen Sie auf eine Grafikkarte der Mittelklasse, etwa auf eine Geforce GTX 1660. Alternativ können wir auch gebrauchte Quadro-Karten empfehlen. Diese beschleunigen Photoshop praktisch genauso gut wie die neueren Vertreter der Serie, haben aber das wesentlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.  Wenn Sie auf gebrauchte, wiederaufbereitete Computer und Workstations setzen (Refurbished-IT), werden Sie feststellen, dass fast immer Grafikkarten der Quadro-Serie verbaut wurden. Diese eignen sich sehr gut für die Bildbearbeitung, sind dann auch bezahlbar und – Sie profitieren von ihrer Leistungsfähigkeit, wenn Sie doch einmal in die Themen Animation oder  CAD  einsteigen wollen.

Quadro-Karten sind trotz ihres Preises zum Spielen eher ungeeignet – denn ihre Treiber sind diesbezüglich alles andere als optimal und die Karte für diesen Anwendungsfall auch nicht konzipiert.

Grundsätzlich ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass Bildbearbeitung von einer sehr leistungsstarken Grafikkarte enorm profitiert. Selbst Einsteiger-Karten machen diesbezüglich einen guten Job. Das eingesparte Geld ist wesentlich besser in einen schnelleren Prozessor oder mehr Arbeitsspeicher angelegt. Denn davon profitieren Sie ganz konkret.

Übrigens: es gibt noch ein paar weitere populäre Irrtümer, was die Zusammenstellung eines PCs für Photoshop betrifft. Mehr erfahren dazu erfahren Sie in diesem Beitrag.

Für wen macht eine Quadro-Grafikkarte Sinn?

Je nachdem, für was Sie Ihren Computer hauptsächlich einsetzen, haben Sie durchaus unterschiedliche Ansprüche an Ihre Hardware. Ein Mediengestalter / Grafiker hat andere Ansprüche als etwa ein reiner Fotograf. Aber es gibt auch eine ganze Menge Schnittmengen. Anbei finden Sie nun zwei Grafiken, die diese unterschiedlichen Hardware-Anforderungen aufzeigen. Bei der Anschaffung eines neuen PCs zeigt sich der Unterschied tatsächlich in der Wahl der Grafikkarte. Bei einem gebrauchten System können auch Fotografen zur Quadro-Serie greifen. Eine solche Karte spielt ihre wahren Stärken aber insbesondere in folgenden Bereichen aus:

  • Maschinenbau, Architekturprogramme
  • CAD-Anwendungen, Produktdesign
  • Materialsimulationen, Deep Learning
  • Rendering, Ray-Traycing
  • Visualisierung, Animationen
  • Mit Abstrichen in der Videobearbeitung

Die Hardware-Empfehlung bei einem neuen PC

Verglichen werden drei  mögliche Computer mit jeweils verschiedenen Hauptanwendungsgebieten. Fotografie, Mediengestaltung / Videobearbeitung sowie Konstruktion / CAD. Die Grafiken wurden in der Annahme erstellt, dass Sie ein System mit Intel-Prozessor suchen. Aber gerade seit dem Erscheinen der Ryzen-Prozessoren sind auch CPUs von AMD eine echte Option.

Gebrauchte Workstations mit AMD-Prozessoren sind allerdings leider selten und auf dem Gebrauchtmarkt praktisch nicht erhältlich.

Klicken Sie auf die Grafiken um eine größere Ansicht zu erhalten.

 

Quadro-Grafikkarten lohnen sich für Photoshop und Lightroom eher nicht - für CAD-Anwendungen werden sie unverzichtbar
Der PC für Fotografen, der PC für Mediengestalter und Designer und der PC für CAD-Anwendungen im Vergleich.

Die Hardware-Empfehlung bei einem gebrauchten PC

Bei einem gebrauchten PC / Workstation gibt es eine Abweichung. Aufgrund des gesunkenen Preises wird auch eine Grafikkarte der Quadro-Serie für Fotografen eine mögliche Option. Da auch ältere Quadro-Karten eine Farbtiefe von 30 Bit (10 Bit pro Kanal) unter Open GL ausgeben, ältere Geforce Karten hingegen nicht, ist ein echter Mehrwert gegeben.

gebraucht machen Quadro-Grafikkarten auch für Photoshop und Sinn - für CAD-Anwendungen werden sie unverzichtbar
Quadro-Grafikkarten werden beim Kauf einer gebrauchten Workstation auch für Fotografen interessant und sind eine Option

Weiterführende Links:

GPU – Definition und Funktionsweise
Wie nutzt Photoshop den Grafikprozessor
Benchmark verschiedener Grafikkarten in Photoshop (Puget Systems)

Liste der Nvidia Grafikkarten der Profi-Serie (Wikipedia)
Liste der AMD FirePro Karten (Wikipedia)

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3 Kommentare bei „Nvidia Quadro-Grafikkarten: sinnvoll für Photoshop? Ein Vergleich mit der Geforce-Serie

  1. Ihre Ratgeber finde ich exzellent! Gerade bei der Auswahl meiner neuen Graphikkarte waren ihre Infos eine große Hilfe. Im Beitrag „Zwei Monitore betreiben“ raten Sie dazu, vorzugsweise 2 Geräte gleicher Größe und Bauart zu wählen, dazu noch mit gleicher Anschlußtechnik. Hier kommen Sie in Konflikt mit den GraKa-Empfehlungen für die Bildbearbeitung. Denn die beiden favorisierten GraKa NVIDIA GForce 1660 und it 1050 besitzen je 1x DVI, HDMI und DisplayPort.
    Da bin ich mit meiner von Ihnen bezogenen NVIDIA ti 1050 leider auf einen Kompromiss angewiesen.In Kürze steht der Ersatz eines meiner Monitore an (bisher Ein EIZO 1910 und ein EIZO 2420).

    1. Hallo Herr Böhlen,
      der Einsatz von Adapter-Lösungen (etwa HDMI auf DisplayPort) muss grundsätzlich nicht falsch oder problematisch sein und ist weit verbreitet. Bevor man sich daher extra im Nachhinein eine neue Grafikkarte kauft, sollte man das immer erst einmal ausprobieren.
      In von Ihnen erwähnten Beitrag:

      http://press.harlander.com/ratgeber-und-tipps/zwei-monitore-an-einem-pc-richtig-anschliessen-und-betreiben/

      beschreiben wir aber die, sagen wir mal, kompromisslose Ideallösung. Diese sollte in der Tat von Anfang an ohne Adapter auskommen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Lösung mit einem Adapter automatisch ein großes Problem darstellen muss. Man handelt sich zwar eine potentielle Fehlerquelle ein, meistens führt dies aber ebenso zu absolut zufriedenstellenden Ergebnissen. Tunlichst vermeiden sollte man allerdings eine Mischung aus analogen und digitalem Signal. Also ein Monitor über VGA, der andere zum Beispiel über DisplayPort.

      Wir werden dies im Artikel noch etwas deutlicher herausstellen.

  2. Ich glaube, das war, wenigstens für mich, der erste Artikel über Quadro-Karten und Photoshop, der endlich mal was Konkretes zu sagen hat!! Überhaupt verstehe ich jetzt zum ersten Mal wofür Quadro Karten eigentlich da sind.

    Da schließe ich mich gerne dem Vorredner an. Hat mir wirklich weitergeholfen und mir einiges an Geld erspart. Hätte beinahe in eine High-End Quadro Grafikkarte investiert, die viel zu teuer wäre – und nix bringt. Das wenige an Plus bei dem Preis- das ist ja wirklich erschreckend.

    Mache nur Photoshop und Lightroom und kein CAD oder so. Daher: werde zu einer viel günstigeren Geforce Karte greifen. Vielen Dank!

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